Diakonischer Schwerpunkt

Unverbindliche Übung „Gelebte Diakonie“

Wie es nun schon am Evangelischen Gymnasium zur Tradition geworden ist, können sich SchülerInnen für die unverbindliche Übung „Gelebte Diakonie“ anmelden.
Dieses Schuljahr haben sich aus der Unterstufe 14 SchülerInnen angemeldet und eine Schülerin aus einer anderen Schule hat sich der Gruppe angeschlossen. Unter dem Jahr sind auch weitere neugierige SchülerInnen mitgegangen, um die BewohnerInnen in den Hausgemeinschaften über unserer Schule kennen zu lernen.

Immer wieder werde ich gefragt: „Was ist gelebte Diakonie? “
Gelebte Diakonie bedeutet: freiwillig Schritte auf den Mitmenschen hin zu wagen, gemeinsam mit anderen. Dieses Engagement haben wir aus dem Glauben heraus reflektiert und unser Menschenbild neu definiert und weitergedacht. Aus der Begegnung haben wir Sicherheit im Umgang mit den alten Menschen gewonnen und die eigene Persönlichkeit gestärkt und entfaltet.

Wir haben gelernt, hinter dem Alter den Menschen mit seiner Geschichte, seiner Freude, seinen Ängsten und seiner grundsätzlichen Bereitschaft, sich auf uns einzulassen, zu entdecken. Die ausgesprochene Dankbarkeit für die regelmäßigen Besuche hat uns beflügelt.

Wir sind jede zweite Woche für eine Stunde zu den alten Menschen in die Hausgemeinschaft 5 gegangen. Manche SeniorInnen haben uns schon am Eingang mit einem Strahlen regelrecht empfangen.

Begleitet und unterstützt von Frau Irmtrud Schandl, haben wir uns jedes Mal ein Thema überlegt, unter dem die Begegnung stattfinden sollte. An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau Irmtrud Schandl sehr herzlich für ihre wunderbare Unterstützung und für die Fotos bedanken, die sie regelmäßig gemacht hat, um die wertvollen Momente festzuhalten.

Begegnung mit allen Sinnen:

Wir haben Geschichten gelauscht, haben uns die Bedeutung der Feste im christlichen Jahreskreis anhand alter Bräuche neu bewusst gemacht.
Auch handwerkliches Geschick und Bastelarbeiten sind nicht zu kurz gekommen. Im Herbst wurden gemeinsam mit den SeniorInnen Igel ausgeschnitten und bemalt. Zum Fasching wurden Masken zum Aufhängen gestaltet. Zum Thema „christliche Symbole“ haben wir Fische und Tauben hergestellt.

Die unterschiedlichsten Düfte haben unsere Sinne angeregt. Mit einem „Sinnenkasten“ wurden wir herausgefordert um festzustellen, wie sich verschiedene Flächen anfühlen und mit geschlossen Augen versuchten wir zu erraten, was wir für Gegenstände berührten.

Das Miteinander-Töpfern war ein Höhepunkt. Mit viel Kreativität und Freude haben sich Jung und Alt an das Modellieren herangewagt. Die Idee kam von einer Seniorin, die in früherer Zeit gerne mit Ton gearbeitet hat. So wurden alte Freuden und Leidenschaften belebt.

Musizieren mit Orff Instrumenten war ein lustiges und intensives Erlebnis.
Das Singen der SchülerInnen hat die alten Menschen erfreut. Einmal wieder Jugendgesang life zu erleben erquickte sie.
Wir bestaunten, wie viel Text die alten Menschen aus ihrer Schulzeit noch aufsagen konnten. Sehr berührend war, wie eine fast blinde Frau, die oft sehr still, aber strahlend an den Treffen teilnahm, auf einmal anfing Kirchenlieder auswendig mitzusingen.

Neues wagen - Altes wiederentdecken, so erlebten wir das Malen. Wo die Jugendlichen kurz überlegten und dann einfach losmalten, brauchten die SeniorInnen zunächst einmal den Zuspruch, dass sie das können. Aber dann gewannen sie Freude und wir bewunderten die entstandenen Bilder.

Das Miteinander-Spielen war eine der beliebtesten Aktivitäten. Junge und Alte verbrachten eine aufregende Zeit.

Noch nicht erwähnt habe ich die involvierten Berufsgruppen der PflegerInnen und BetreuerInnen, die uns gerne begleitet haben. Wir konnten auch beobachten, wie sie würdevoll und mit Respekt, mit Liebe und Wachsamkeit die alten Menschen umsorgten.

Zuletzt möchte ich mich bei den Jugendlichen selber für ihr Engagement bedanken. Ihr habt den alten Menschen durch euer Kommen den Alltag zum Festtag gemacht. Ihr habt eure Welt zu ihnen gebracht. Ihr habt Zeit geschenkt und Menschen zu spüren gegeben, dass sie wertvoll und ihre Erfahrungen Schätze sind. Ihr habt sie in das Hier und Heute mit hineingenommen.
Danke!

Mag. Danielle Carrara

 

 

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