Diakonisch - soziales Schulprofil

 

Intergenerationelles Lernen

Im Rahmen unseres diakonisch-sozialen Schwerpunktes absolvierten die Schüler und Schülerinnen der 7B, unterstützt von ihren Klassenlehrern, ein Projekt zum Thema „Intergenerationelles Lernen“.

In der Woche vom 3. bis 6. November 2008 wurde der reguläre Stundenplan durch einen Projektplan ersetzt. In den einzelnen Unterrichtsfächern konnten sich die Schüler dem Thema von vielfältigen, unterschiedlichsten Seiten nähern.

So wurden in Latein (Prof. Bauer) Texte zu „Grenzsituationen menschlichen Lebens“ von Seneca gelesen. Der Problematik von „Beziehung und Sexualität im Alter“ waren die Einheiten im Englischunterricht (Prof. Böhm-Tiffner) gewidmet. In Deutsch (Prof. Reitgruber) wurden die Themenkreise „Pflege von Alten und Kranken“, „Altersvorsorge“, „Demographischer Winter über Europa“, „Sterbehilfe – Sterbebegleitung“ anhand von adäquaten Sachtexten besprochen und dazu „Problemerörterungen“ verfasst.

„Das Zusammenleben verschiedener Generationen“ war auch Teil des Französischunterrichts (Prof. Gugerell). In Religion (Prof. Resch, Prof. Wolf) wurden die Schüler schließlich auf das „Herzstück“ unseres Projekts, auf den Besuch in den Hausgemeinschaften der Diakonie, vorbereitet. Die Schüler erfuhren, wie man pflegebedürftigen, schwerkranken Menschen begegnen kann. „Validation“ und „Mäeutik“ waren Gegenstand dieser Unterrichtseinheiten.

Der erste Besuch bei den Bewohnern der Hausgemeinschaften stand unter dem Motto „Frankreich“: Nach einer gemeinsam zubereiteten französischen Nachspeise präsentierte die 7B Impressionen ihrer Sprachreise. Ein weiteres Treffen zwischen den Generationen hatte „Geschichten von früher“ zum Thema. Auf die Gespräche über Kindheit und Jugend der Heimbewohner wurden die Schüler inhaltlich im Geschichteunterricht (Prof. Eigenseder) vorbereitet.

Gleich zweimal besuchte eine Schülergruppe mit Frau Prof. Bürlein die Hausgemeinschaften, um mit den besonders rüstigen Heimbewohnern im so genannten „Fröhlichen Kreis“ Spaß bei Bewegung und Tanz zu haben.

Im Psychologieunterricht (Prof. Schöbinger) erarbeitete die Klasse spezielle, auf das Projekt abgestimmte Beobachtungsaufgaben, anhand derer die Begegnungen zwischen den Generationen besprochen und bewertet wurden.

Ein Lehrausgang ins Bestattungsmuseum (Prof. Bauer, Prof. Reitgruber) gewährte einen informativen, teilweise auch makaber-witzigen Einblick in die Geschichte des Bestattungswesens.

Der aktuelle Kinofilm „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ bot eine ungewöhnliche, jedoch äußerst unterhaltsame, phantastische Perspektive auf unser Projektthema.

Fachkundig begleitet und unterstützt wurden wir seitens der Hausgemeinschaften der Diakonie durch Frau Schandl und schließlich durch Frau Nothnagel, die in einer letzten Einheit den Schülern Gelegenheit zur zusammenfassenden Reflexion ihrer Erfahrungen geben konnte.

Das Projekt entwickelte sich zu einer äußerst gelungenen Begegnung zwischen Alt und Jung, welche die Schüler und ihre Lehrer sensibel machte für das schwierige Thema „Alter und Tod“ und den Bewohnern der Hausgemeinschaft eine gerne angenommene, willkommene Abwechslung bot.

Mag. Melanie Reitgruber

 

Evangelisches Gymnasium und Werkschulheim Wien, Erdbergstr. 222A, A-1110 Wien, Tel.: +43-(0)1-5038898