Diakonischer Schwerpunkt

Biskuit Backen
Fasching
Herbstdekoration
Kekse Backen
Kreuzworträtsel
Kugelbahn
Musik in den Hausgemeinschaften
Herstellen von Salben
Schultheater
Sommerdekoration
Tangram
Weihnachten

Tangram – aus dem Werkunterricht der 1C

Nach mehr als 15stündiger Arbeit waren die kleinen Tangrams der Werkgruppe von Prof. Edelmann fertiggestellt und die Schülerinnen und Schüler konnten ihre kleinen Kunstwerke im Oktober 2015 in den Hausgemeinschaften vorführen. Da die 1C aus 28 Kindern besteht, konnte jede der 3 Hausgemeinschaften von einer Gruppe besucht werden. Die jungen Werkerinnen und Werker erklärten den Bewohnern wie sie das Werkstück hergestellt hatten und führten einige Figuren, die gelegt werden können vor. Bald war ein richtiges Quiz im Gange, welches Tier gelegt worden war. Einige der Bewohnerinnen versuchten auch ein eigenes Muster zu legen. Viel zu schnell war dieser erste Besuch zu Ende, doch die 1C wird sicher bald wieder mit interessanten Neuigkeiten in die Hausgemeinschaften kommen.

Herbstgedichte und –blätter der 2A

Die 2A bereitete im Deutschunterricht mit Frau Prof. Schubert eine große Vielfalt an Herbstgedichten vor. Es war sehr beeindruckend zu hören, welch große dichterischen Talente in dieser Klasse sind. Parallel dazu gestaltete die Klasse im BE-Unterricht mit Fr. Prof. Ritscher große, bunte Herbstblätter in den verschiedensten Formen, im Aquarellstil bemalt. Mit den Blättern und den Gedichten gingen die jungen Künstlerinnen und Künstler in die Hausgemeinschaften. Auch hier war es möglich, dass jede Hausgemeinschaft von einer Gruppe besucht wurde, die Herbstgedichte vorgetragen wurden und dann im Anschluss noch die Blätter aufgehängt wurden. So hat also der Herbst endgültig Einzug gehalten, doch die Bewohner sind sich einig, dass der Herbst noch nie so bunt und farbenfroh wie heuer war. Da alle Beteiligten großen Spaß an der Sache hatten, können wir uns vielleicht auf eine Fortsetzung in der Vorweihnachtszeit freuen.....

Biskuitbacken in der unverbindlichen Übung „gelebte Diakonie“

Im Herbst besuchten wir in der unverbindlichen Übung „gelebte Diakonie“ die Hausgemeinschaften. Im Gepäck hatten wir alle Zutaten für ein Biskuitroulade. Die Schülerinnen und Schüler trennten unter den strengen Augen der Seniorinnen die Eier, schlugen Schnee und rührten den Teig. Ungeduldig warteten Jung und Alt bis das Biskuit fertig gebacken war, was ja Gott sei Dank relativ schnell geht. Noch lauwarm füllten wir es mit Marillenmarmelade und ließen uns die Jause schmecken.

Salbenrühren – 4D

Prof. Neudorfer kam nach einem Seminar über die wohltuende Wirkung ätherischer Öle, das sie im Sommer besucht hatte, mit der Idee in die Schule zurück, gute Düfte in die Hausgemeinschaften zu bringen. Da die Öle jedoch einen Trägerstoff brauchen, war schnell klar, dass wir fachliche Hilfe aus der Apotheke benötigen würden. Dankenswerter Weise bekam sie Unterstützung durch die Pharmazeutin Dr. Neudorfer. Mit dieser professionellen Hilfe konnten die Schülerinnen und Schüler der 4D gemeinsam mit Frau Prof. Neudorfer und Frau Prof. Schildmair direkt in den Hausgemeinschaften eine herrlich nach Lavendel, Rosen und Bergamotte duftende Creme anrühren. Sowohl die Schülerinnen und Schüler also auch die Bewohnerinnen und Bewohner waren sehr neugierig, wie das fertige Produkt riechen würde. Schnell wurde die Creme nach dem Anrühren in kleine Tiegel abgefüllt und den interessierten Seniorinnen und Senioren zum Riechen gebracht. Die meisten wollten die Creme auch gleich ausprobieren und so schmierten sich bald alle eifrig die Hände ein. All jene, die später in die Hausgemeinschaften kamen, als das Anrühren schon in vollem Gange war, lobten den guten Geruch, der sich schnell im gesamten Stockwerk ausbreitete. Auch das pflegende Personal wurde neugierig und testete die frisch hergestellte Creme. Noch Tage später hatten die Bewohner jeweils ihren Tiegel bei sich stehen und erinnerten sich an das Dufterlebnis mit den Schülerinnen und Schülern. Da auch die jungen Akteure Gefallen an den guten Gerüchen gefunden haben, wird bereits über eine Fortsetzung nachgedacht.

Weihnachten

In der Vorweihnachtszeit herrschte in den Hausgemeinschaften Hochbetrieb. Nach dem Adventkranzbinden gab es selbstgebackene Kekse als vorweihnachtliche Jause. Dabei wurde schon bei der Erzeugung der Kekse viel genascht, sodass man ein wenig Angst haben musste, dass die Kekse es gar nicht bis auf den Jausentisch schaffen würden. Im Rahmen des Religionsunterrichtes besuchte Frau Prof. Neudorfer mit ihrer Klasse die Seniorinnen und Senioren, wobei selbstgebastelte Weihnachtskarten ein absoluter Blickfang waren. Am vorletzten Schultag vor Weihnachten wurden dann die Weihnachtsbäume aufgeputzt. Als alle drei Stockwerke in weihnachtlichem Glanz erstrahlt waren, kam am letzten Schultag vor den Ferien noch ein Krippenspiel zur Aufführung.

Kreuzworträtsel

Im Rahmen eins Projekts mit der pädagogischen Hochschule Wien-Krems erstellten die Schülerinnen und Schüler der 1C fächerübergreifend im Deutsch- und Geografieunterricht Kreuzworträtsel. Das Thema war „Österreich einst und jetzt“ und schon bald erkannten die jungen Rätselerfinder, dass es gar nicht so einfach war, den Schwierigkeitsgrad der Fragen einzuschätzen. Nach zwei Vormittagen waren die Rätselgitter und Fragen fertiggestellt und am 26. Jänner konnte der Rätselnachmittag in den Hausgemeinschaften der Diakonie stattfinden. Als Überraschung hatten die Seniorinnen und Senioren auch ein Rätsel für die jungen Gäste vorbereitet. Die Fragen bezogen sich auf die Jugend- und Erwachsenenzeit der Bewohnerinnen und Bewohner der Hausgemeinschaften und gaben den Kindern einiges zum Nachdenken auf. Insgesamt hatten Alt und Jung viel Spaß und verbrachten vergnügte Stunden miteinander.

Fasching

Rechtzeitig zur Faschingszeit dekorierten die Schülerinnen und Schüler der unverbindlichen Übung „gelebte Diakonie“ die Hausgemeinschaften für die Faschingsfeier. Dabei wurde viel gelacht und die Seniorinnen und Senioren probierten die Masken, die eigentlich für die Wand zum Aufhängen gedacht waren, gleich selbst aus. Die Stimmung war schon lange vor Faschingsdienstag ausgelassen.

Kugelbahnen aus dem Werkunterricht der 1C

Im Werkunterricht des Werkschulheimzweiges der Klasse 1C wurden unter Anleitung von Herrn Professor Edelmann Kugelbahnen entworfen und konstruiert. Jede Schülerin und jeder Schüler konnte seine eigenen Vorstellungen umsetzen und so entstanden in mehreren Einheiten viele verschiede Modelle. Nachdem diese im Unterricht von den Konstrukteurinnen und Konstrukteuren auf Herz und Nieren getestet worden waren, folgte am 25. Februar 2016 ein zweiter Härtest in den Hausgemeinschaften. Die noch jungen Baumeisterinnen und Baumeister präsentierten ihre Werke einem interessierten Publikum und ließen die älteren Herrschaften auch geduldig die Bahnen ausprobieren, was für manche von ihnen eine große motorische Herausforderung darstellte. Die jungen Helfer bemühten sich geduldig um jeden aus dem Publikum und so verbrachten Alt und Jung einen mehr als unterhaltsamen Nachmittag.

Theater und Chor in der Schule

Am  28. April besuchte eine Gruppe der Seniorinnen der Hausgemeinschaft die Schule. Der Ausflug ging in die Turnhalle der Schule, wo die Bühnenspielgruppe „Romeo und Julia“ in einer Adaption von Herrn Professor Eisterer zur Aufführung brachte. Außerdem bot der Schulchor ein vielfältiges Rahmenprogramm. Nach mehr als einer Stunde Vorführung begleiteten Schülerinnen und Schüler die Gäste wieder nach Hause in die Hausgemeinschaften.

Sommerdekoration in den Hausgemeinschaften

Nachdem im Frühjahr von den Schülerinnen und Schülern der unverbindlichen Übung „Gelebte Diakonie“ einige Nachmittage an der Sommerdekoration gebastelt worden war, konnte diese am 5. April in den drei Stockwerken der Hausgemeinschaften angebracht werden. Diese Arbeit stellt immer eine große Herausforderung dar, da sie über eine lange Zeit – bis zum Ende der Sommerferien – die Bewohnerinnen und Bewohner erfreuen soll. Sämtliche andere Dekorationen, die den Festen des Jahreskreises folgen, erfreuen sich einer wesentlich kürzeren Betrachtungsdauer.

(Berichte und Fotos: Dr. Martina Müller)

Nachösterliche Bilderausstellung

Eine kleine private Ausstellung konnten wir im Rahmen des evangelischen Religionsunterrichtes kurz nach Ostern für unsere älteren Bewohnerinnen und Bewohner vorbereiten. Wir waren mit den Gleichnissen und der Bildersprache Jesu beschäftigt. Zu dem Bild über das Weizenkorn aus Joh 12,24 gab es noch die weiterführende Geschichte über die Wünsche der sieben Weizenkörner von Gertrud Renate Sopp zu lesen. Zum Schluss durften die Schülerinnen und Schüler die Schicksale der Weizenkörner aus der Erzählung zeichnerisch darstellen. Die Bilder fanden ihren wohl verdienten Platz an den Wänden unserer Wohngemeinschaften. (Verfasst von Prof. Zsuzsanna Veis, Evangelische Religion)

Düfte und Cremen in den Hausgemeinschaften

Im Oktober fanden sich SchülerInnen der 4D in den Hausgemeinschaften ein, um unter der Anleitung der jungen Apothekerin Cathrin Neudorfer duftende Cremen anzufertigen. Anschließend wurde sofort ausprobiert, welche Wirkung die Produkte auf Haut und Stimmung hatten.

Um Düfte ging es im Dezember: Die 4D war in den Hausgemeinschaften zu Besuch. Diesmal wurde gemeinsam mit den BewohnerInnen Adventschmuck gebastelt. Die BewohnerInnen durften sich aussuchen, welche ätherischen Öle ihrem persönlichen Stern eine spezielle Note verleihen sollte. Kardinal Dr. Christoph Schönborn, der an diesem Tag die Schule und die Hausgemeinschaften besuchte, schaute den Bastlerinnen über die Schulter und unterhielt sich angeregt mit den BewohnerInnen und den SchülerInnen. (Mag. Elisabeth Neudorfer)

Statt Schokolade: Gebete im Adventkalender

Ein einfaches Lernthema für die 1B im Fach Evangelische Religion nahm im vergangenen Herbst eine interessante Entwicklung. Wir beschäftigten uns einige Wochen lang mit dem Thema „Beten und Gebete in der jüdisch-christlichen Tradition“. Am Beispiel der berühmten Klagemauer in Jerusalem, die ein bis heute bestehender Rest der jüdischen Tempel des Alten Israels ist, wollten die Kinder unbedingt ihre eigene Klagemauer basteln. So kam es nicht nur zum „Bauen“, sondern auch zu einem schönen vorweihnachtlichen Ritual in jeder Unterrichtsstunde: Einzelne persönliche Gebete in jeder Art wurden immer wieder verfasst und in die „Ritze“ der Mauer geschoben und versteckt. Die Mauer wurde Woche für Woche höher und höher. Wir fragten uns, was sollten wir nun mit unserem Bauwerk tun? Da wir uns mittlerweile knapp vor der Adventszeit befanden, hatte sich die Idee eines Ausbaus der Mauer zu einem dreidimensionalen Adventkalender durchgesetzt. Vor die Mauer kamen dann Menschen, Bäume, Häuschen, Boote und andere Gebauten aus Papierkarton. Die einzelnen Ziegel wurden von 1 bis 24 nummeriert. Der Klagemauer-Adventskalender war fertig mit versteckten Gebeten für jeden Tag in der Adventszeit. Schließlich wurde unser Projekt in den Wohngemeinschaften vorgestellt und wir überreichten unser Bauwerk. Somit kamen unsere anonymen Gebete zu den Bewohnern zum Nachlesen und möglicherweise zum Mitbeten. (verfasst von Mag. Zsuzsanna Veis, Evangelische Religion)

Krippenspiel 2015

Wie schon im Vorjahr studierten SchülerInnen der 2D ein Krippenspiel ein, das sie am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien in den Hausgemeinschaften zur Aufführung brachten. Den Zuschauern hat es sichtlich gefallen. (Mag. Elisabeth Neudorfer)

Sommerdekoration in den Hausgemeinschaften

Im Mai beschlossen Frau Prof. Ritscher und ich ein klassenübergreifendes Projekt zur Gestaltung der Sommerdekoration in den Hausgemeinschaften der Diakonie zu starten. Meine Idee war eine Sommerlandschaft, die sich über die gesamte Kastenfront in den 3 Stockwerken ziehen sollte und die den Bewohnerinnen und Bewohnern das Gefühl einer Ferienreise vermitteln sollte.

Frau Prof. Ritscher erläuterte den Klassen 1A und 1C das Thema und in den nächsten Stunden „Bildnerische Erziehung“ entstanden die herrlichsten Palmen, Schiffe, Blumen, Tiere und vieles mehr.

Dann ging es daran die große Vielfalt an Objekten in die Hausgemeinschaften zu bringen. Eine Schülergruppe machte sich mit mir auf den Weg, auf einer stilisierten Landschaft von Wiese, Berg und Wasser die Ferienreise zu gestalten. Bald war alles fertig und die Künstlerinnen und Künstler posierten mit Frau Schubert, die die Arbeit überwacht hatte, für ein Foto.

Die Seniorinnen und Senioren sind mit ihrer Sommerland sehr zufrieden und meinen, dass sie bisher eine der gelungensten Dekorationen ist.

Bericht und Fotos:  Dr. Martina Müller

Osterhase, Ei & Co

Osterhase, Ei & Co waren das Thema eines Besuches von Kindern der 1D in den Wohngemeinschaften. Paul präsentierte eine Osterkerze und erklärte die Symbole. Vanessa und Kerstin erzählten über den Osterhasen und erfreuten die Bewohnerinnen mit einem mitgebrachten Stoffhasen. Conny und David führten nach angemessenen Vorwarnungen eine Osterratsche vor und staunten nicht wenig darüber, dass viele Bewohnerinnen beim Ratschenlied mitsingen konnten. Über das Ei als Ostersymbol erzählten Anna und Anna Interessantes. Beim Eierpecken, so erfuhren wir, geht es eigentlich darum, das Ei rasch aufzupecken, um das in ihm verborgene Leben rasch ans Licht zu bringen. Palmkätzchen und Granatapfel wurden von Francesca, Caroline und Felix präsentiert.

3. März 2015: Aktionstag in den Hausgemeinschaften

Am 3. März kam es zu hochfrequentiertem Zusammentreffen zwischen Alt und Jung. Einerseits war es bereits höchste Zeit die Osterdekoration anzubringen, d.h. die von SchülerInnen und SeniorInnen im Vorjahr marmorierten Ostereier in den drei Stockwerken aufzuhängen und auch die im Werkunterricht bei Frau Prof. Ritscher gebastelten Hasen aufzuhängen. Dabei wurde ich tatkräftig von SchülerInnen aus der 4B unterstützt, die mit großem Eifer bei der Sache waren und mit viel Einfühlungsvermögen auf die Wünsche der Seniorinnen und Senioren eingingen.

Andererseits besuchte gerade eine Schülerin aus der 8A, die auch das Wahlpflichtfach „Geragogik-Andragogik, Der alte Mensch in unserer Gesellschaft“ besucht, im Rahmen ihres Praktikums Frau Korodwicka. Die beiden plauderten angeregt, während um sie herum geschmückt und dekoriert wurde.

Parallel dazu wurden auf der Terrasse im 4. Stock zwei Hochbeete aufgestellt und befüllt. Diese wurden von der Werkgruppe der 4B unter der Leitung von Prof. Maurer im Unterricht innerhalb von drei Wochen hergestellt. Im Biologieunterricht soll nun mit Prof. Entrup besprochen werden, wie die Beete zu bepflanzen sind, wobei die Wünsche der Seniorinnen nach Salat, Kräutern und hängenden Tomaten sicherlich berücksichtigt werden. Ich denke, dass wir von diesem Projekt, an dem so viele verschiedene Fächer beteiligt sind, noch hören werden. (Text und Fotos: Dr. Martina Müller)

Projekt Kafarnaum

Die 1B hat ein Modell des Dorfes Kafarnaum am See Genezareth gebaut. Man sieht das Dorf so wie es zur Zeit Jesu ausgesehen hat. Es gibt eine Synagoge, Häuser, Palmen und Boote auf dem See. Eine Mauer wurde zum Schutz des Dorfes errichtet. Doch auf der Seite des Sees ist sie offen.

Wir haben alles aus Karton und Papier gebaut. Nachdem wir die Grundplatte bemalt hatten, stellten wir die Häuser und Palmen auf. Eine Schwierigkeit war das Aufstellen und Aufkleben der Mauern. Es hat lange gedauert, bis Kafarnaum fertig war, aber es hat auch Spaß gemacht.

Am Donnerstag, dem 12. Februar, waren wir mit unserem Modell in den Hausgemeinschaften. Dort erzählten wir etwas über das Dorf. Die Klasse teilte sich in zwei Gruppen auf, um das Modell zu präsentieren. Wir sprachen über Politik, den Sabbath, das Familienleben, die Häuser, die jüdische Religion, Getreide und Pflanzen und vieles andere mehr.  Zum Schluss gab es Orangensaft und Cola für alle. (Mag. Elisabeth Neudorfer und Schülerinnen und Schüler der 1B)

Wahlpflichtfach "Alterspädagogik"

Im Schuljahr 2013/14 wurde das Wahlpflichtfach  mit eigenständigem Curriculum zum ersten Mal angeboten. 13 Schülerinnen und Schüler entschlossen sich das Wagnis einzugehen und das neue Angebot auszuprobieren.

Im ersten Jahr bekommen die Teilnehmer eine theoretische Einführung in die Bedürfnisse alter Menschen und die Probleme, die diese bei der Bewältigung ihres Alltages haben. Dabei werden verschiedene Pflegkonzepte und Theorien behandelt, die auch Studierenden an sozialen Fachhochschulen, wie dem Campus Wien, in den Einführungsvorlesungen begegnen.  Schon früh kommen auch externe Vortragende an die Schule und geben den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in ihren Berufsalltag und ihre Erfahrungen. So vorbereitet absolvieren die jungen Menschen im Sommersemester ein Praktikum in den Hausgemeinschafen der Diakonie Gallneukirchen, die in den oberen Stockwerken im Gebäude des Evangelischen Gymnasiums angesiedelt sind. In diesem Praktikum haben sie wöchentlich Kontakt mit einem alten Menschen, lernen seine Bedürfnisse und Möglichkeiten kennen, überlegen ein Konzept, wie sie mit ihm in Kontakt treten können bzw. die Treffen für beide Seiten angenehm und sinnvoll zu gestalten.

Im zweiten Jahr erweitern die Teilnehmer ihr Wissen in zahlreichen Exkursionen, die sie durch ganz Wien in die verschiedensten Betreuungseinrichtungen führen. Dabei können sie die im Vorjahr erlernten theoretischen Ansätze in der Praxis wiederfinden und erleben verschiedene Pflegemodelle für die verschiedenen Bedürfnisse. Ergänzt werden diese Erfahrungen durch Vorträge, die sich mit kulturellen Unterschieden, den Problemen und Bedürfnissen von Angehörigen alter Menschen und dem Umgang mit Sterben, Tod und Trauer befassen.

Erfreulicherweise treten von den 13 Schülerinnen und Schülern, die das Wahlpflichtfach in den Jahren 2013/14 und 2014/15 besucht haben, 7 Schülerinnen und Schüler im Haupttermin 2015 in diesem Fach auch zur Matura an. Im Rahmen der neuen Reifeprüfung ist es ja möglich in einem Wahlpflichtfach ohne Trägerfach eigenständig zu maturieren.

Diakonisches Lernen am Evangelischen Gymnasium

„Diakonie lernen“ als Persönlichkeitsbildung

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass Schülerinnen nach gelungenen diakonischen Praktika ein verändertes Sozialverhalten an den Tag legen können. Schülerinnen greifen tatsächlich zu, um anderen Menschen, auch Mitschülern, zu helfen.

Erstaunlich sind auch die Verschiebungen in der Motivation der Schülerinnen. Schülerinnen gehen an „schwierige Einsatzorte“, weil „es 'Spaß' macht, nicht weil sie sich opfern wollen“. Diese Orientierung, weg von der extrinsischen („gute Noten“) hin zur intrinsischen Motivation („helfen um seiner selbst willen“), wird auch in anderen Untersuchungen zum sozialen Lernen bestätigt. Wenn Schülerinnen erfahren, dass ihr konkretes Handeln die Not anderer lindert, trägt ihr Handeln die Belohnung in sich selbst. Diese Haltung legt Jesus auch seinen Schülerinnen nahe, wenn er sagt: „Lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut… dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten“ (Mt 6,3)

Der große Lernpsychologe des sozialen Lernens, Bandura, erklärt dieses Phänomen wie folgt: Jugendliche lernen „am Modell“. Wenn sie sehen, dass helfen, trösten, versorgen etc. anderen Menschen erfolgreich hilft, beginnen sie diese Praxis selbsttätig auszuführen. Wenn soziales Handeln das gewünschte Resultat nach sich zieht, wird eine soziale Handlung in das eigene Handlungsrepertoire überführt. Eine extrinsische Motivation zum Handeln ist dann nicht notwendig. Das Erleben des Erfolges der sozialen Handlung ist eine hinreichende Motivation. Nachdem praktisches und theoretisches Lernen von Diakonie miteinander verbunden wurde, steigt der Status von „Diakonie“ bei den Schülerinnen.

Ein Missverständnis: Diakonie ist weit mehr als „Armenfürsorge“

Worum geht’s bei „Diakonie lernen“? Ein gängiges Missverständnis ist die Gleichsetzung von Diakonie mit Armenfürsorge! Diakonie lernen ist jedoch mehr als Sorge für Bedürftige unter dem Dach der Kirche. Dieses verkürzte Verständnis von Diakonie wurzelt in der Entwicklung der Diakonie im 19. Jahrhundert. Nachdem der lutherische Pfarrer Theodor Fliedner „Diakonie“ auf die kirchliche Tagesordnung setzte, entstanden große diakonische Einrichtungen. Diese Einrichtungen hatten soviel Einfluss, dass das Wort „Diakonie“ als Synonym für „Armenfürsorge“ selbst in der katholischen Caritas gebraucht wurde.

Sehen wir in die biblische und reformatorische Zeit zurück, so wird schnell deutlich, dass diakonisches Handeln immer mit dem Lernen und Lehren des Wortes von Gott verbunden ist. Beispiel Martin Luther: In seinen Predigten schildert er den Zusammenhang von Tun und Lehren am Beispiel der ersten Diakone: Zunächst besteht der Dienst eines Diakons für ihn darin „zeitlich Nahrung“ und „Güter auszuteilen“. Luther greift hier eine neutestamentliche Bedeutung von „diakonein“ als „Tisch-Dienst“ (Apg 6,2) auf. Zugleich sind für ihn die ersten Diakone – Philippus und Stephanus – immer auch hervorragende Lernende und Lehrende des Wortes von Gott (Apg 8,5-25). „Aber Sankt Stephan steht fest und gibt Macht mit seinem Exempel einem jeglichen, zu predigen, an welchem Ort man hören will, es sei im Haus oder auf dem Markt und liest Gottes Wort“. Mit einem Bild gesprochen: Der „Dienst am Tisch“ und der „Dienst am Wort“ sind unlösbar miteinander im Begriff der Diakonie verschmolzen. Luther führt dies immer wieder mit der Figur des Stephanus exemplarisch vor Augen, hinter dem er Christus als Diener (diakonos) und Lehrer erblickt.

Das, was die Bibel und Luther an der Figur des Diakons Stephanus schildern, ist nichts anderes als die Verdeutlichung eines theologischen und zugleich lernpsychologischen Prinzips: Diakonisches Handeln vermittelt („mediatisiert“) das Denken, Einstellung und Glauben der Handelnden. Neutestamentler bestätigen diesen Zusammenhang: Diakonie im neuen Testament meint nicht Selbstaufopferung, sondern „eine je nach Kontext vermittelnde oder mittelnde Tätigkeit“.

Diakonisch-soziales Lernen in der Schule - Perspektiven und Ziele

Diakonisch-soziales Lernen ist pädagogische Reaktion auf die zunehmende Tendenz zu Individualisierung und Entsolidarisierung (soziale Verantwortungslosigkeit, Gewaltbereitschaft). Ziel ist es, in einer Gesellschaft Haltungen zu entwickeln, die Defizite im sozialmoralischen Bereich abfedern. Sozialverpflichtende Werte werden häufig nicht mehr erlebt, so dass Unterricht um eine spezifische soziale Erlebnisdimension zu erweitern ist (schulische Inszenierung sozialer Lernarrangements).Für die Schüler und Schülerinnen bedeutet dies eine Horizonterweiterung des bisherigen Erfahrungsraumes: die Erfahrung, dass es möglich ist, anders und unter anderen Bedingungen zu leben. Schulleitendes Bildungsziel aller Gegenstände ist das Erreichen von Handlungskompetenz für die Schüler und Schülerinnen. In evangelischer Perspektive meint dies einen Zusammenhang von Lernen, Wissen, Können, Wertbewusstsein und Handlungsfähigkeit unter dem Horizont sinnstiftender Deutung. Das Proprium dieser Bildung liegt in der Persönlichkeitsbildung. Diakonisch-soziales Lernen leistet einen genuinen Beitrag zur Ausbildung von Personaler und Sozialer Kompetenz. Diakonisches Lernen ist mehr als ein singulärer Prozess und muss deshalb in allen Klassenstufen in seinen Basiselementen verankert werden. Diakonisches Lernen erfordert die ohnehin bildungspolitisch gewollte Öffnung von Schule (Lernen an außerschulischen Orten) und ermöglicht fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterricht.

Diakonische Bildung als Persönlichkeitsbildung geht aus von der Menschenfreundlichkeit Gottes, wie sie in der Liebe Jesu zu den Menschen ihren Ausdruck findet, und dem Gebot der Nächstenliebe. Sie zielt auf die Ausbildung von Solidarität und bürgerschaftlichem Engagement. Dies beinhaltet auch die Reflexion über die Möglichkeiten der Gestaltung einer humanen und gerechten Gesellschaft und den individuellen Anteil daran. Soziales Engagement soll als Bindeglied der Gesellschaft von den Schülerinnen und Schülern erkannt und soziale Sensibilität und die Bereitschaft zu sozialer Verantwortungsübernahme geweckt werden. Soziale Sensibilität beinhaltet auch Reflexion der Ziele diakonisch-sozialen Lernens: Geht es um ein Individualisieren von Mitleid oder auch um das Verstehen genereller Strukturen? Diakonische Bildung gibt Anstöße für die Entwicklung eines Selbstkonzepts.

Es ermöglicht die Erfahrung:- Gebraucht zu werden und Hilfe zu brauchen.- Neue Perspektiven zu gewinnen und Vorurteile abzubauen.- Fähigkeiten und Kompetenzen zu besitzen, die im außerschulischen Raum auch für andere bedeutsam sind.- „Mensch-Sein“ im ganzheitlichen Sinne zu erleben und an eigene Grenzen zu stoßen (sich als fragmentarisch zu erkennen und davon abgeleitet den anderen nicht von seinen Fehlern her zu sehen, sondern von seinen ausstehenden Möglichkeiten)

Die Begegnung mit menschlichem Leid - im weiten Sinne - ist der Ort fundamentaler Fragen nach dem, was das Menschsein und das Leben ausmachen und was das Leben aus dem Menschen macht. Diakonisches Lernen ermöglicht so mit anderen zu sich selbst zu kommen, voneinander zu lernen, anstatt lediglich Wissen übereinander zu bekommen. Leid konfrontiert mit der Frage nach Grund und Sinn. Die Erfahrungen im diakonisch-sozialen Lernen verweisen damit auf die Leitfragen des Religionsunterrichts und weisen dem diakonisch-sozialen Lernen eine Zentralstellung im Unterricht zu. 

Unterrichtsgegenstand Gelebte Diakonie

Ziel: Schülerinnen sollen durch eigene Beschäftigung bzw. eigenes Erleben diakonisches Handeln nachvollziehen können. Der geschichtliche Hintergrund auf dem dies entstanden ist, soll dabei nicht vernachlässigt werden.

Grobplanung:Diakonie in meiner Nähe: Schülerinnen sollen in ihrer eigenen Umgebung nach Möglichkeiten diakonischen Handelns suchen.Diakonie als Projekt in meiner Stadt: Schülerinnen erleben einen/mehrere diakonische Einsätze in einem Pensionistenheim.Diakonie weltweit: An einem konkreten Projekt der Diakonie Österreich mitarbeiten.Um die Erlebnisse, Ergebnisse und Erfahrungen festzuhalten, soll ein Diakonietagebuch geführt werden. Unterteilt in die oben genannten drei Bereiche, in der Arbeitweise eines Portfolios. Jeder Schüler und jede Schülerin beschreibt kurz den Verlauf seiner Arbeit und verschriftlicht das Ganze. Dieses wird von allen Schülerinnen gesammelt und als Gesamtordner dann in eine präsentierbare Form gebracht.

Mag. Heike Wolf